Rückkehr zu G9

Die NRW-Landesregierung hat beschlossen, eine flächendeckende Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren umzusetzen. Ab dem Schuljahr 2019/2020 ist der neunjährige Bildungsgang am Gymnasium wieder der Regelfall - auch am Gymnasium Herkenrath. An dieser Stelle werden wir laufend aktualisiert über den Entwicklungsstand des "Projekts G9" sowie die pädagogischen und organisatorische Umsetzung am Gymnasium Herkenrath berichten.

G8 oder G9 - Was wird Herkenrath?

Grundsätzlich gleich zu Beginn: Wir werden G9. Die Leitentscheidung der Regierung lautete, dass zum Schuljahr 2019/2020 alle Gymnasien zu G9 zurückkehren sollen, die sich nicht aktiv für eine Beibehaltung von G8 aussprechen. Die NRW-Koalition setzt darauf, dass die Betroffenen vor Ort selbst am besten wissen, was ihren Bedürfnissen entspricht.
Deshalb erhalten die Schulen für den Umstellungszeitpunkt 2019/20 die Freiheit, im Rahmen der Schulkonferenz - im Konsens mit dem Schulträger - mit einer Mehrheit von mehr als zwei Dritteln selbst über die Länge des gymnasialen Bildungsgangs an ihrer Schule zu entscheiden. Eine Schule kann nur G8 ODER G9 sein - beide Formen können nicht an einer Schule zugleich durchgeführt werden.

In unserer Schulkonferenz im September wurde sich einstimmig für die Rückkehr zu G9 entschieden.

Vorschlag G9 Stundentafel Sekundarstufe I

Die Umstellung auf G9 beginnt mit dem Schuljahr 2019/ 2020. Sie umfasst die Jahrgänge 5 und 6 des Gymnasiums, also auch die Kinder, die zum Schuljahr 2018/ 2019 im Gymnasium aufgenommen wurden. Eine Erstreckung auf weitere Jahrgänge erfolgt wegen der dann bereits fortgeschrittenen Schullaufbahn nicht.

Die Sekundarstufe I umfasst mit der Umstellung auf G9 nicht mehr die Klassen 5 bis 9, sondern auch noch die Klasse 10. Sie dauert damit sechs Jahre. In diesen sechs Jahren sollen 188 Wochenstunden unterrichtet werden, acht davon müssen nicht für alle Schüler verbindlich sein. Heißt konkret: Rein rechnerisch ergeben sich pro Schuljahr damit ca. 31 Wochenstunden.

Einen ersten Vorschlag zur Aufteilung der Stunden im neuen G9 Bildungsjahrgang finden sie unten stehend.

1) Die Fächer Geschichte, Politik (Wirtschaft), Erdkunde müssen in der Sekundarstufe I mit mindestens jeweils 7 Stunden unterrichtet werden. Die ökonomische Bildung soll gestärkt werden.

2) Die Fächer Biologie, Chemie, Physik müssen in der Sekundarstufe I mit mindestens jeweils 7 Stunden unterrichtet werden. Darüber hinausgehende Stunden können der Stärkung der informatischen Bildung dienen. Der Chemieunterricht beginnt in der Regel ab Klasse 7.

3) Gilt nur für Schulen, die die zweite Fremdsprache auch in Klasse 5 beginnen - für das Gymnasium Herkenrath also nicht relevant.

4) Die Fächer Kunst und Musik werden in der Sekundarstufe I mit jeweils mindestens 7 Stunden unterrichtet.

5) Der Wahlpflichtunterricht findet in Klasse 9 und 10 statt. Hierfür gilt §17 Absatz 3. Für den Unterricht in der dritten Fremdsprache sind insgesamt 8 Stunden, also der Einsatz von 2 Ergänzungsstunden, vorgesehen.

6) Für die Ergänzungsstunden gilt §17 Absatz 4.

G9 Stundentafel wird erarbeitet

Wie die neue Stundentafel für unseren g9 Bildungsjahrgang am Gymnasium Herkenrath aussehen wird, wird aktuell erarbeitet. Auch gilt es hier, noch die Bekanntgabe der Kerncurricula abzuwarten, um pädagogisch sinnvolle Entscheidungen treffen zu können.

Wie sieht es bei G9 mit dem Nachmittagsunterricht aus?
Das kann nicht für alle Schulen pauschal beantwortet werden, denn jede Schule entscheidet selbst, wie sie die Gesamtstundenzahl von 188 Stunden auf die Schuljahre aufteilt. Die Landesregierung betont, dass das G9-Abitur grundsätzlich als Halbtagsschule möglich ist. Dies kommt unserem offenen Ganztag sehr entgegen.

Grundsätzlich: Wir wechseln zu G9! Am Gymnasium Herkenrath hat es Tradition, dass die jüngeren Schüler, insbesondere die Erprobungsstufen 5 und 6, keinen verpflichtenden Nachmittagsunterricht besuchen. Dabei soll es bleiben. Perspektivisch könnten Spielräume auch für ältere Klassen genutzt werden. Details werden in den kommenden Wochen bekannt gegeben.

Mittlerer Schulabschluss

Schulabschluss Sekundarstufe I

Bisher war die Frage der Vergabe des "mittleren Abschlusses" (auch "Realschulabschluss" oder "Fachoberschulreife" genannt) im G8-Bildungsgang ein Problem: Denn nach dem Ende der Sekundarstufe I in der Klasse 9 hatten die gymnasialen Schüler noch keinen derartigen Abschluss erworben. Diesen bekamen sie erst am Ende der Einführungsphase (erstes Jahr gymnasiale Oberstufe).
Im G9-Bildungsgang ändert sich das: Die neuen G9-Schüler erwerben am Ende der zehnten Klasse den "mittleren Schulabschluss", nachdem sie an den zentralen Prüfungen teilgenommen haben.

FAQ zum Bildungsgang G9

Die zentralen Informationen in Kurzfassung finden Sie unten stehend. Quelle für diese Informationen ist das Ministerium für Schule und Bildung (Bildungsportal NRW), Stand November 2018. Die hier genannten Angaben sind nur ein Rahmen - konkrete Inhalte befinden sich noch im Arbeitsprozess und werden erst in nächster Zukunft veröffentlicht.

Wann kommt G9 zurück und für wen gilt es?
Wie viel Unterricht haben die angehenden G9er?
Kann eine Schule G8 und G9 zugleich anbieten?
Bekommt NRW das bis 2005 praktizierte G9-Modell zurück?
Wann setzt bei G9 die zweite Fremdsprache ein?
Wie ist der Wahlpflichtunterricht "Diff-Bereich" geregelt?
Wann erwerben G9-Schüler den mittleren Schulabschluss?
Unterscheidet sich das Abitur in G8 und in G9 Gymnasien?